Der Helm des Beowulf                                                                                          
 

 

 

Viele haben auch immer wieder Probleme mit den Helmschnitten. Hier mal meine Methode: nehmt euch ein paar Fetzen (geht natürlich auch mit einem schönen Pullover) und drückt damit ein Stück Papier in die Spangen hinein, dann mit einem Stift nachzeichnen, herausnehmen und die Kontur um ca. 1,5 cm erweitern, obere Ecke etwas abschrägen.

So sieht es dann aus....

Zum Plätten oder Schlichten brauchen wir einen Plätt- oder Schlichthammer. Tipp: Die gibts oft als Set in Baumärkten, dort heißen sie dann Ausbeulset oder Karosseriehämmer. Den Kunststoffstiel dieser Billighämmer könnt ihr gleich gegen einen Holzstiel austauschen, den die halten von zwölf bis Mittags.  Plätten kann man von beiden Seiten. Als Unterlage genügt ein festes Stück Eisen (Eisenbahnschiene, Amboss, Eisenplatte, etc...) wichtig ist nur, es sollte glatt sein, sonst überträgt sich jede Unebenheit auf das Werkstück.

 

Zum Treiben brauchen wir ein festes Stück Holz, indem eine kleine Kuhle hineingeschlagen - geschliffen wird, den Hammer auf diesem Bild habe ich mir aus zwei Eisenkugeln zusammen geschweißt (die gibt es in jeden Baumarkt, Schmiedeeisenabteilung) Mein Sohn hat ihm schon einen treffenden Namen gegeben "Micky Maus Hammer"  der ist echt super zum grob treiben, hat er ja fast 2 kg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

   

 

 

 

 

 

 

 

Eines meiner wichtigsten Werkzeuge ist der Reißzirkel. den braucht man wirklich oft, den sollte man sich  zulegen.

Die Messingverzierung anfertigen, In Form bringen und aufnieten. Danach lässt sich die Wangenklappe nur mehr schwer biegen! Darauf achten, das beide Klappen gleich geformt sind( schauen, schauen, schauen....)

Wenn wir das geschafft haben, nehmen wir uns die Wangenklappen vor. Ich mache mir IMMER eine Papierschablone, da kann man nach Belieben herumschnipseln und sich schon ein Bild machen, wie es in etwa aussehen wird.

 

 

 

 

 

Ausgeschnitten, Kanten entgratet und poliert. Das Polieren mache ich immer mit einer Runddrahtbürste in der Ständerbohrmaschine. Aber aufpassen, das es einem das Werkstück nicht aus der Hand reißt.

Die Wangenklappe zu erst in Form bringen, geht ganz leicht mit Holz- oder Gummihammer, immer probieren, ob es gut passt, (seht euch den Helm von vorne und von der Seite an) eventuell klebt den Teil mit einem Klebestreifen professorisch an den Stirnreif und probiert das ganze.

 

Am Besten man beginnt vom Stirnreif aus zu nieten, und arbeitet sich dann nach oben.

Die Niete wird von außen hineingesteckt, dabei sollte sie innen etwa 1 -2 mm hervorstehen. Dann dreht ihr das Ganze um, legt den Nietkopf auf ein Stück Kupfer od. Aluminium, (Leder ist ungeeignet, zu weich) und klopft die Niete auseinander. Ich mache das immer mit einem Kugelhammer, das geht am besten, und der Niet wird schon gleichmäßig auseinander getrieben.

 

 

So sieht das dann aus.....

 

Zuerst wie immer die ganzen Teile ausschneiden, ordentlich entgraten  und die Kanten rund polieren. Sämtliche Verzierungen sollte man jetzt schon machen, denn im zusammen genieteten Zustand wird es schwierig.

Die Spangen habe ich noch nicht auf die richtige Länge geschnitten, den diese kann noch variieren, so meiner Erfahrung nach.

Anmerkung zum Material: ich verwende Eisenblech 1,5mm,

und Messingblech halbhart 2mm, und 0,5mm

 

 

 

 

 

Sollte jemand Fragen, Wünsche und Anregungen haben, schickt mir einfach eine Mail, werde euch dann so schnell wie möglich antworten.

Euer Berengar

bote@drachengold.at

 

Die Schlange auf dem Helm wird auch aus einem Messingstreifen hergestellt, mit einer Stärke von 2mm. Das ist eigentlich der schwierigste Part, die muss genau passen, sonst sieht es sch.... aus. Zum Schluss noch die Löcher bohren für den Nackenschutz, in diesem Falle Kette, (2mm Drahtstärke, Innendurchmesser 9mm) da geht kein Ringerl verloren, etwas aufpolieren, wer den Oldstyle mag, kann das Messing kurz mit Salmiakgeist abwischen und dann mit Stahlwolle oder mit Reinigungsschwamm auf die gewünschte Optik hintrimmen.

Sieht dann so aus. Ich befestige die Wangenklappen mit Sohlenleder, ist sehr stabil und hält den Helm in Form. Alternativ dazu kann man sie auch mit Kettenringen oder Scharnieren befestigen. Alles historisch korrekt. Beim Nieten von Leder immer Beilagscheiben mitnieten, sonst reißt es aus.

Die Klammern sind Eisenblech, 0,5 mm stark. Tipp: Transportpaletten werden oft mit Stahlbändern zusammen gezurrt, die sind ideal dafür, und lassen sich leicht mit der Blechschere schneiden.

Schneiden - Biegen - Bohren - Schneiden

Man steckt die Kante auf das Werkstück, hämmert sie mit dem Gummihammer ein Stück drauf, setzt eine Klammer und biegt weiter herum, wieder Klammer und so weiter....

Danach im Schraubstock (wenn geht, mit Schonbacken, zwei Aluwinkel sind völlig ausreichend) zusammen biegen, aber nicht ganz, so 1mm Luft kann man schon lassen.

Nach dem Biegen unbedingt das Messing ausglühen, dadurch entspannt sich das Material wieder und man kann es leicht um Kurven und Kanten biegen.

Sachte mit dem Hammer jetzt die Kante umschlagen

Um die Kanten einzufassen, schneiden wir Messingstreifen  zu. Als Hilfsmittel zum Biegen habe ich in das Brett einen Schnitt gemacht, in den wir den Streifen stecken. Der Schnitt sollte nur halb so tief sein wie der Streifen breit.

Als nächstes passen wir die Brille an, und schneiden vom Stirnreif die Augenöffnungen aus, bei der Brille ist darauf zu achten, das sie nicht senkrecht steht, sondern leicht nach vorne geneigt, sonst gibts Probleme mit der Nase (und es ist total unangenehm, wenn deine Nase ständig platt gedrückt wird, und von einem Schlag auf die Front des Helmes ganz zu schweigen.)
Sieht dann in etwa so aus, dann können wir schon die Brille annieten, zuerst die mittlere Niete setzen, dann kann man sie (die Brille) schön einrichten, und danach fertig vernieten.
Beim Zusammenbau der Spangen mit dem Stirnreif unbedingt genau messen, sonst stimmt dann die ganze Symmetrie nicht mehr.

Normalerweise biege ich den Stirnreif aus einem Stück, aber in Ermangelung an langem Material musste ich zwei Hälften zusammenfügen, ist aber auch kein Problem. Der Helmumfang ergibt sich aus Kopfumfang + 8-10cm. Da bleibt genügend Platz für die Polsterung. Viele machen den Fehler, den Helm zu klein zu bauen, da bleibt wenig Platz für die Polsterung, wenn du dann einen Schlag abkriegst, ( selbst beim Schaukampf kann etwas danebengehen, und ich weiß, wovon ich rede, habe ich doch mehrere Jahre Erfahrung in diesen Bereich) klingelt es ganz schön in der Hirnschale. Und ein sehr wichtiger Punkt: da unser Kopf nicht rund, sondern eierförmig ist, muss die Spange der Längsachse natürlich ein Stück länger sein als die Querachse (von Ohr zu Ohr)

Der "europäische Normschädel" hat einen Umfang von 58cm (bei Männern) und ist 16cm breit und 20 cm lang.

 

 

 

 

 

 

Als ich mir den Film "Beowulf und Grendel" ansah, viel mir sofort dieser Helm auf, den der Hauptdarsteller Gerald Butler trug.  Habe ich mir gedacht, den baust du nach, gesagt, getan.  Einige Skizzen später war ich dann schon in der Werkstatt.